6.9.2021 

Bei mir gab es mal wieder eine wilde, spannende und anstrengende Woche. In der Nacht vor einigen Tagen träumte ich, dass ich wieder meine frühere spirituelle Energie hatte. Ich war mit Glück gefüllt. Ich wachte auf und das Glück war immer noch da. Ich visualisierte mich als Buddha der Liebe und das Glück verdreifachte sich. Dann schlief ich wieder ein. Das ging dreimal so. Gegen morgen wachte ich dann wieder auf und das Glück war leider weg. Dafür hatte ich dann den ganzen Tag einen Reinigungsprozess. Das ist typisch für den Weg der Erleuchtung. Die Chakren und die Glücksquellen öffnen sich. Die Energie fließt in einen hinein. Die Energie löst Verspannungen und man hat einen Reinigungsprozess. Spannend war, dass das dreimal geschah. Ich habe wirklich versucht dauerhaft in die Erleuchtung durchzubrechen. Ich habe gehofft, ich bleibe in der Erleuchtung. Ich habe riskiert, dass wieder ein Reinigungsprozess entsteht. Und natürlich entstand ein Reinigungsprozess. In der dauerhaften Erleuchtung bin ich noch lange nicht. Aber so geht der Weg. Und ich sehe dieses Geschehen als ein Glückszeichen der Hoffnung an. Irgendwann wird es besser.

Barbara hatte einen spannenden Traum. Im Traum ist ihr meine Mutter erschienen. Sie war umgeben von Glück. Ich hatte meine Mutter ja auch damals bei ihrem Tod mit meinen spirituellen Techniken ins Paradies gebracht. Meine Mutter erklärte Barbara, dass sie sehr betrübt über meine lange Zeit des einsamen Yogilebens war. Sie sei sehr froh, dass jetzt Barbara in mein Leben getreten ist. Barbara fühlte sich daraufhin von meiner Mutter angenommen und geliebt. Wahrscheinlich war das ein echtes Geschehen, ein Lebenszeichen meiner Mutter aus dem Jenseits. Dafür spricht, dass Barbara viele Dinge nicht kannte. Sie wusste vor allem nicht, dass meine Mutter mit meinem einsamen Yogileben nicht einverstanden war. Das hat meine Mutter mir aber während ihres Erdenlebens einmal gesagt.

Barbara liebt es in Wohldorf Kuchen essen zu gehen. Dort ist fünfzehn Minuten von meinem Haus entfernt im Wohldorfer Wald ein großer Mühlenteich. Und an der Straße ist ein Restaurant. Dort gibt es einen schönen Streußelkuchen, Kaffee für Barbara und Kakao für mich. Der Bäcker vom Restaurant backt leckeres Biobrot. Eine Freundin gab uns den Tipp. Und seit der Zeit kauft sich Barbara dort immer ihr Brot. Und wir nutzen die Zeit für einen kleinen Einkehr-Stopp. Gestern war schönes Wetter, die Sonne schien und es saßen viele Leute an den Tischen. Es war gerade noch ein Tisch für uns frei. Wir trafen ein befreundetes Ehepaar mit Hund. Der Mann machte gleich ein Foto von uns, das du im Anhang sehen kannst. Die Frau vermietet Ferienhäuser in Kappeln an der Ostsee. Als Barbara das erfuhr, hat sie gleich ein Blockhaus für eine Woche gemietet. Die Ferienhäuser sind aber so ausgebucht, dass wir erst in zwei Jahren an die Ostsee reisen werden. Ich bin zwar eher ein Reisemuffel, aber Barbara bringt den Muffel auf Trab. So war es bei meiner Mutter und meinem Vater auch. Die haben sogar die ganze Welt bereist, Indien, China, Afrika, Amerika. Wir schaffen es immerhin bis an die Ostsee. Und in drei Jahren ist eine Reise nach Kreta geplant.

Barbara hat schon gewählt. Es war die erste Wahl in ihrem Leben. Bis dahin hat sie sich nicht für Politik interessiert. Da ich mich in der Politik gut auskenne, habe ich ihr alles erklärt. Sie hat sich dann für die Grünen entschieden. Ob man nun links oder rechts wählt, ist aus meiner Sicht nicht egal. Wer rechts wählt, stärkt die Reichen und wer links wählt hilft den Armen, dem Klima und dem Tierschutz. Das ist gerade für eine artgerechte Haltung in der Landwirtschaft und dem Aufbau von bienenfreundlichen Blumenwiesen sehr wichtig.

13.9.2021 Barbara und ich haben ein neues Video gemacht. Darin erzählt Barbara von ihrer neuen Technik jeden Morgen eine Minute einen positiven Satz zu denken. Ihr Satz ist: "Ich will glücklich sein." Barbara ist ein Kraftmensch. Sie aktiviert damit ihr Kraftchakra im Unterbauch. Nach einer Minute ist sie dann voller Energie und im Glück. Sie ist im Moment so begeistert von ihrer neuen Technik, dass sie gleich ein Video dazu machen wollte. Ich habe sie einfach reden lassen und zwischendurch einige kleine Scherze gemacht. So harmonieren wir gut, wenn ich mich  im Hintergrund halte und sie viel reden darf. Zum Schluß bin ich dann aber doch fast eingeschlafen, weil sie anfing zu viel reden und es auch nicht mehr so spannend war. Diesen Teil haben wir rausgeschnitten. Zu sehen ist aber der Abschluss, wo sie bemerkt, dass ich am Wegnicken bin. Darüber müssen wir dann beide herzhaft lachen.

 

27.9.2021 

Barbara und ich haben Kekse gebacken. Ich freute mich darauf mit ihr zusammen zu backen. Aber sie wollte die Küche für sich alleine. Die Strafe folgte dann auf dem Fuße. Meine Kekse sind wunderbar gelungen und Barbaras Kekse sahen aus wie Kuhfladen. Dabei hatte sie streng nach Rezept gebacken. Und ich wie immer im Freistil. Irgendwie Mehl, Butter, Eier, Zucker, Backpulver und Kokosflocken zusammengemixt. Dann noch fertigen Back Mohn darauf, weil der gerade da war. Und ab in den Backofen. Und es wurden zauberhaft schön geformte Kokosmakronen. Der Geschmack ließ etwas zu wünschen übrig. Ich hatte zu wenig Zucker genommen. Dafür waren Barbaras Kekse sehr süß. Wenn man Barbaras und meine Kekse zusammen ißt, dann schmeckt es perfekt. Zusammen ergeben wir wohl eine gute Mischung. Letztlich haben Barbara die Kekse dann so gut geschmeckt, dass wir gestern den ganzen Tag Kekse gegessen haben. Und wahrscheinlich wirft sie mir dann wieder vor, dass ich zu dick werde. Wie soll man dabei schlank bleiben?

Barbara hat auch ein Hexenhaus aus Lebkuchen gebastelt. Das kannst du auf dem Foto sehen. Im Vordergarten steht die Hexe mit Hänsel und Gretel. Ich bin gespannt, ob das Hexenhaus bis Weihnachten hält. Wir waren sehr in Versuchung den Lebkuchen-Tannenbaum bereits aufzuessen.

Ansonsten war gerade Bundestagswahl. Barbara hatte schon per Briefwahl ihre Stimme abgegeben. Für mich dagegen gibt es am Wahltag immer eine große Wahlparty. Zuerst gehe ich gegen 15 Uhr in die Wahlkabine und gebe meine Stimme ab. Dann schalte ich um 17.30 Uhr den Fernseher an und sehe mir die Wahlsendungen an. Am Wahlort war es diesmal extrem leer, weil die meisten schon per Brief gewählt hatten. Das Wählen ging deshalb sehr schnell. Anders als in Berlin, wo die Wahlorganisation zusammengebrochen war und die Menschen stundenlang vor der Wahlkabine standen. Die Wahl wurde sogar noch über 18 Uhr hinaus verlängert. Die Berliner Spitzenkandidatin der Grünen freute sich schon sehr darauf Bürgermeisterin zu werden. Sie tanzte glücklich vor der Kamera. Doch dann bekam die SPD-Kandidatin Giffey doch etwas mehr Stimmen. Und per Volksentscheid wurde abgestimmt, dass die großen Wohnungskonzerne enteignet werden. So etwas ist in Deutschland das erste Mal geschehen.

Wie das jetzt im Bundestag weiter geht, ist völlig offen. Es kommt auf die Grünen und die FDP an. Sie können entscheiden, ob sie Laschet oder Scholz zum Bundeskanzler machen wollen. Mal sehen, wie die Verhandlungen laufen. Jedenfalls können die Grünen und die FDP so viel durchsetzen. Diesmal wird sich politisch viel ändern. Die FDP wir durchsetzen, dass die Reichen weniger Steuern zahlen müssen und noch reicher werden. Und die Grünen werden die Wende in der Klimapolitik bringen, wodurch die Armen noch ärmer werden. Wohnungen, Benzin, Heizung und Strom werden teurer werden. Und für das Klima wird es nicht viel bringen, weil China und Indien noch mehr Kohlekraftwerke bauen und in Brasilien der Urwald fast ganz abgeholzt wird. Die Klimapolitik muss weltweit geändert werden, damit Effekte erzielt werden.

Jedenfalls wird sich die Welt in den nächsten Jahrzehnten erheblich verändern. Bis hin zum drohenden Atomkrieg zwischen den USA und China. Ich wäre deshalb auch dafür aus der Nato auszutreten oder zumindest eine eigene europäische Verteidigungspolitik zu machen, um nicht in den Konflikt zwischen den USA und China hineingezogen zu werden. Aber die einzige Partei, die das will, die Linke, hat noch nicht einmal die fünf Prozentgrenze erreicht. Sie ist nur dank dreier Direktmandate noch im Bundestag vertreten.

 

11.10.2021

Derzeit haben wir viel Besuch. Nach meinen Freunden Jochen und Norbert kam Barbaras Freundin Sylja. Und am Samstag ihre Freundin Marlies. Marlies ist schon 85 Jahre alt, ziemlich rundlich und fährt immer noch Auto. Barbara kennt sie aus der Zeit, als sie in Hamburg Harburg gewohnt hat.  Allerdings hatten wir kaum gemeinsame Themen, da sie sich nicht für Spiritualität interessiert. So ging es nur um alte Bekannte. Barbara war sehr enttäuscht, dass sie das Haus nicht mehr lobte. Sie hatte vorher wie immer viel geputzt. Mangels Lob hatte sie danach einen Tag schlechte Laune. Ich muss alle Leute warnen, die uns besuchen. Sie müssen unbedingt Barbara loben, egal wie sauber oder dreckig es ist. 

Das letzte Video über Halloween kam gut an. Viele Leute lobten Barbaras Schauspieltalent. Barbara war danach so begeistert von sich, dass sie sich gleich beim Amateurtheater an unserem Ort anmeldete. Die Leiterin sah sich auch ihr Video an und bestätigte, dass Barbara Talent hat. Sie suchen auch neue Leute, allerdings eher jüngere.  Am MIttwoch fahren wir zu einer Generalprobe zum Theater. Ich soll zur Unterstützung mitkommen. Dann stellt sich Barbara vor und vielleicht tritt sie schon im Weihnachtsmärchen als böse Hexe oder etwas Ähnliches auf. Ein Problem besteht darin, dass sie nicht Plattdeutsch spricht und viele Stücke in norddeutscher Mundart stattfinden. Aber irgendwie wird das zu lösen sein. Ich kann ja mitüben plattdeutsch zu sprechen. Ich kenne viele plattdeutsche Lieder. 

 

14.10. Gestern waren Barbara und ich im Amateurtheater Duvenstedt. Es war die Generalprobe. Das Stück hieß Achterbahn. Ein älterer Mann trifft eine junge Frau in einer Bar und lädt sie zu sich nach Hause ein. Natürlich geht es um Sex. Das Problem besteht darin, dass der Mann verheiratet ist. Seine Frau ist derzeit jedoch verreist. Also hofft der Mann auf eine heiße Nacht. Beide belügen sich gegenseitig. Es folgt eine spannende Diskussion, die erst dann richtig spannend wird, als die Frau behauptet eine Prostituierte zu sein und Geld für die Nacht will. Hier wachen alle Männer im Publikum auf. Das Thema ist offensichtlich ihr Thema. 

Ich wende meinen Blick den Menschen im Publikum zu. Alter zwischen 40 und 60. Viele Paare. Offentlich ist die Middlife-Crisis, Sex im Alter und Seitensprung bei einer langjährigen Beziehung für sie ein wichtiges Thema. Für mich nicht. Ich langweile mich etwas. Barbara sieht interessiert zu, weil sie hier als zukünftige Schauspielerin wirken will. Aber Text für 1 1/2 Stunden auswendig zu lernen, schreckt sie erheblich ab. Die Leiterin des Theaters redet ihr gut zu. Sie sucht neue Schauspielerinnen.

Es bleibt spannend, ob Barbara demnächst hier mitspielen wird. In diesem Stück jedenfalls nicht. Aber für das Frühjahr ist ein neues Stück geplant. Und die Besetzung soll in den nächsten Wochen festgelegt werden. Barbara hofft auf eine Nebenrolle. Am liebsten würde sie im Weihnachtsmärchen mitspielen. Geplant war Dornröschen. Das Stück ist auf Weihnachten 2022 verschoben worden. Ich sehe Barbara schon als böse Hexe, die den armen Prinzen Nils den Turm herunterstößt, weil er sich an das schöne junge Dornröschen herangemacht hat. Ich werde aber nicht mitspielen. Ich schreibe lieber Märchen, die gut ausgehen. 

Witzig war, dass ich durch den Theaterbesuch in die Energien meiner Kindheit gelangt bin. Ich fühlte mich geborgen in der Energie der dörflichen Gemeinschaft. Und war wieder in meiner Kindheitsrolle als Außenseiter. Durch Barbara werde ich aber jetzt von einem Außenseiter zu einem Insider. Wenn sie in dem Theater mitspielt, dann bekommen wir Kontakt zur dörflichen Gemeinschaft in Duvenstedt. Aber ob ich das wirklich will, weiß ich noch nicht. Meine Interessen sind erheblich anders als die der normalen Menschen in Duvenstedt. Ich liebe meine Existenz am Rande des Dorfes im Wald. 

 

18.10. 

Ich bin jetzt ein Bäcker geworden. Gerade habe ich eine Apfelmustorte gebacken. Von meinem Freund Norbert habe ich Ampelmus geschenkt bekommen. Er hat in seinem Garten so viele Äpfel geerntet, dass er nicht wußte wohin damit. Also hat er Apfelmus daraus gemacht und es mir gebracht. Barbara und ich essen normalerweise kein Apfelmus. Also kam ich auf die Idee eine Torte daraus zu machen. In meiner Jugend war ich einmal Schikönig beim Paarlauf. Es war in Österreich in den Bergen. Ich war jung und schön, sechzehn Jahre alt. Und dort lernte ich sie kennen, die Wienerin, die sehr gut skilaufen und noch besser küssen konnte. Von ihr bekam ich meinen ersten Kuss. Sie brachte mir alles bei, was ich wissen musste. So kam ich auf den Geschmack.

Zum Abschluss der Schifreizeit durfte sich jedes Mädel einen Jungen für den Paarlauf auswählen. Natürlich wählte sie mich. Da ich auch ziemlich gut im Schilaufen war, gewannen wir beide das Rennen der Paare. Jedes Paar musste sich durch verschiedene Stationen mit bestimmten Aufgaben durcharbeiten. Es gab eine Station, wo beide einen Almdudler trinken mussten. Dann gab es eine Küsstatation. An die anderen Stationen erinnere ich mich nicht mehr. Dann mussten wir noch etwas bergauf und danach mit Geschwindigkeit die Schipiste herunter bis zur Berghütte. Dort fand dann die Siegerehrung statt. Als Belohnung bekam wir beide eine ganze Apfelmustorte. Die haben wir sofort aufgegessen. So überwanden wir den Abschiedsschmerz. Ich sah sie nie wieder. Aber an den ersten Kuss und an die Apfelmustorte erinnere ich mich noch.

Diese Geschichte fiel mir bei dem Apfelmus ein. Und so machte ich mich heute an die Apfelmustorte. Vielleicht hätte ich erst noch im Internet nach einem Rezept googeln sollen. Aber ich liebe es kreativ. Einen fertigen Kuchenboden hatte ich noch. Darauf kam dann eine Schicht Vanillepudding und darauf das Apfelmus. Das Apelmus habe ich mit Götterspeise unterfüttert, damit es fest wird. Dann kommt noch viel Schlagsahne darauf. Ich bin gespannt, wie es schmeckt. Ich muss noch etwas warten, bis alles fest wird. Barbara hat vorsichtshalber schon angekündigt, dass sie nichts davon essen wird. Sie misstraut meinen Backkünsten.

Barbara hat auch ein großes Abenteuer erlebt. Der Hund ist so wild und unvernünftig, dass er sich auch die Sehne am zweiten Hinterbein gerissen hat. Daraufhin ist Barbara sofort mit ihm zum Tierarzt gefahren. Da Samstag war, gab es nur eine Notfallsprechstunde. Und die war extrem voll. Barbara musste mit dem Hund sechs Stunden vor der Praxis in der Kälte warten. Ich bewundere sie, wie sie das durchgehalten hat. Ich wäre erfroren. Aber ich habe auch niedrigen Blutdruck, da wird einem schnell kalt. Barbara hat Bluthochdruck. Und da sie aufgeregt war, war der Blutdruck noch höher. So hatte sie eine schöne Heizung in sich. Langweilig ist ihr auch nicht geworden. Sie hat sich mit den anderen Tiermenschen unterhalten, die mit ihren Hunden und Katzen dort waren. Es gab Dramen jeder Art. Unser Hund hatte noch ein eher kleines Drama. Durch das gemeinsame Leid entstand eine große Solidarität unter den Tierbesitzern. Das gegenseitige Mitgefühl lies sie zusammenwachsen und das persönliche Leid etwas vergessen. Jedenfalls wurde es ein spannender Tag für Barbara. Und ich habe im Haus gesessen und aufgeregt gewartet, dass sie endlich zurück kommt. Und natürlich wollte ich wissen was los war und wie es jetzt weitergeht. In vier Wochen wird der Hund operiert. Bis dahin kann er nur langsam humpeln.