Aktuelle Geschichten von uns

23.1. 

Der Zahnarzt dräut
In zwei Wochen muss ich zum Zahnarzt. Ich war vier Jahre lang nicht da und habe mich heute angemeldet. Es gibt viel an meinen Zähnen zu tun. Normalerweise gehe ich immer zu meinem Standartzahnarzt. Er ist ein gutaussehender Playboytyp mit viel Geld. Er hat immer sehr attraktive Zahnarzthelferinnen in seiner Praxis. Er scheint gutaussehende Frauen wie ein Magnet anzuziehen. Jetzt hat er sogar zwei junge Zahnärztinnen zusätzlich in seiner Praxis angestellt. Ich kam heute auf die glorreiche Idee bei der Zahnarzthelferin zu fragen, ob ich nicht zu einer Zahnärztin wechseln kann. Das ging problemlos. Sie teilte mir Frau Schröder zu. Ich habe im Internet nachgesehen, um was für eine Frau es sich handelt. Der Zahnarzt-Playboy hat sich natürlich zwei sehr attraktive junge Zahnärztinnen mit ins Boot geholt. Eine sieht sehr lieb aus und hat viel Herz. Die andere ist eher kraftvoll und hat viel Power. Ich stehe eigentlich auf Powerfrauen, aber Frau Schröder ist die Liebe. Ich bin sehr gespannt, wie das mit uns wird. Wir werden dieses Jahr viel Zeit miteinander verbringen. Ich bin so gespannt auf die Zahnärztin, dass ich meine Angst vor dem Zahntermin völlig überwunden habe. Außerdem behandelt sie Angstpatienten. Sie wird schon wissen, wie sie mit mir umgehen soll. Ich frage mich nur, ob ich ihre oder sie meine Angst behandelt. Ich vermute, dass sie eher selbst Angst vorm Zahnarzt hatte und Zahnärztin geworden ist, um ihre Angst zu überwinden. In der Spiritualität heißt es: "Da wo die Angst ist, ist der Weg." Ich glaube daran, dass alle Menschen, die mit mir in Kontakt kommen, irgendwie gesegnet sind. Meine spirituelle Energie überträgt sich oft. Insofern denke ich, dass der Kosmos sie mir bewusst zugeteilt hat. Der Kosmos sah ihre Liebe und möchte sie spirituell voranbringen. Oder mich. Oder uns beide. Es wird spannend. Barbara hat mich äußerlich auch schon ziemlich geformt. Nur die Zähne haben ihr noch nicht gefallen. Sie hat sich beim Kosmos gewünscht, dass ich bessere Zähne kriege. Und der Kosmos hat ihr den Wunsch erfüllt. Deshalb muss ich wohl jetzt zum Zahnarzt. Barbara freut sich schon auf mein neues Aussehen.

 

 

18. 1.2023 Der Filzhut
Bei uns hat es in den letzten Wochen viel geregnet. Mein neuer britischer Wachsmantel hat gute Dienste geleistet. Nur der Kopf wurde durch den Regen nass. Da musste ein Hut her. Beim Spazieren gehen sahen wir die Tochter der Nachbarin mit einem feschen Filzhut. Sofort tauchte der Gedanke auf: „So etwas muss ich auch haben.“ Eigentlich ist Barbara die Konsumtante und ich bin der wunschlose Yogi. Aber diesmal entstand tatsächlich ein Wunsch in mir. Also haben wir im Internet nach bayerischen Filzhüten für Naturburschen gesucht. Es war ziemlich schwierig sich auf ein Modell zu einigen, weil Barbara und ich einen unterschiedlichen Geschmack haben. Ich liebe es eher waldschratmäßig und Barbara mag es modisch schick. Letztlich fanden wir ihn, den einen, der uns beiden gefiel. In einer Beziehung muss man den guten gemeinsamen Weg finden. Es ist uns gelungen. 
Drei Tage nach der Bestellung brachte uns der Amazonbote das Paket. Es war wie Weihnachten, als wir den Hut ausgepackt haben. Konsumieren bringt Spaß, wenn man es nicht übertreibt. Wir haben den Hut gleich ausprobiert und euch davon einige Fotos gemacht. Wie findet ihr mich mit Hut? Kann ich einen Hut tragen? Ich finde mich eigentlich zu seriös mit Hut. Wie ein älterer Herr. Dabei sehe ich mich noch als jungen Wilden. Aber mein Schriftstellerfreund erklärte mir beim Spazieren gehen, dass ich ein älterer Herr sei. Das empfand ich zwar als gemein, aber möglicherweise hat er recht. Ich sollte meine seriöse Seite pflegen. Das ist sehr im Sinne von Barbara. Sie mag lieber Schönlinge als Banausen. Die Nachbarin – die von der Tochter- meinte, dass ich schon sehr viel gepflegter wirkte, seit Barbara bei mir ist. Ihre Töchter hätten früher etwas Angst vor dem wilden Yogi mit dem langen Bart und der zerlotterten Kleidung gehabt. Jetzt könnten sie sich fast in mich verlieben, wenn ich nicht doch einige Jahrzehnte zu alt für sie wäre. 
Der Regen hat natürlich sofort aufgehört, als der Regenhut da war. Ich werde heute beim Spazieren gehen im Wittmoor aber trotzdem den Hut tragen. Falls Barbara ihn mir nicht klaut. Sie hat den Hut auch probeweise aufgesetzt und fand sich sehr schön damit. Vielleicht muss ich ihr auch noch einen Hut kaufen. Oder ich trete den Hut an sie ab und trage wieder Mütze. Oder wir wechseln uns ab, mal darf der eine und mal der andere den Hut tragen. Die Nachbarin hat übrigens bestätigt, dass ein Filzhut gut gegen Regen schützt. Ihr Mann trägt auch einen Filzhut bei Regen. Bald besitzt hier die ganze Nachbarschaft einen Filzhut, wenn sich das herum spricht. Und das tut es bestimmt, weil sich beim Spazieren gehen alle immer treffen und dann die neuesten Nachrichten austauschen. 
Es hat hier übrigens so viel geregnet, dass das Wasser des Flusses über die Ufer getreten ist. Ich hatte schon Angst, dass ich in meiner Hütte nass werde. Aber nach fünf Wochen Regen stoppte die Flut einen halben Meter vor meiner Hütte. Ich bin gerettet, denn jetzt wird es kälter und wieder trocken. Jetzt steht der Winter vor der Tür. Und da bin ich dank meines Gasofens gut gerüstet.

 

 

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